Zahnarztpraxis Dr. Roos - Neuhausen / Filder DR. RAINER ROOS MSc mult.
Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Master of Science in Oral Implantology
Master of Science Endodontie
Master of Science Orale Ästhetik und Rehabilitation
Gartenstraße 9 • 73765 Neuhausen/Filder
Tel.: (07158) 9027 - 0 • Fax: (07158) 9027 - 99
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Sozialprojekt

Erfahrungsbericht von Dr. Rainer Roos

Ladakh ist die nördlichste Provinz Indiens und gehört zum Verwaltungsgebiet Jammu-Kashmir. Das indische Gesundheitssystem ist nicht in der Lage eine Minimalversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Im Sommer 2000 flogen Ulrike Hiller, Elke Brödnow und ich nach Ladakh, um die dortige Zahnstation bei der Behandlung der einheimischen Bevölkerung zu unterstützen.

Unsere Arbeit in der Zahnstation im Mahabodhi-Zentrum

Die Zahnstation liegt im Hospital des Mahabodhi-Zentrums in Choklamsar bei Leh. Das Mahabodhi-Projekt ist eine Hilfsorganisation, die sich vor 50 Jahren in den Slums von Bangalor in Südindien gründete und heute mit mehreren Zentren in ganz Indien vertreten ist. Sie wird von einem buddhistischen Mönch geleitet. Die Zentren bestehen aus einer Schule, einem Internat, einem Altenheim, einem Meditationszentrum, einem Verwaltungszentrum - oft ist auch ein Kloster angeschlossen. Die Mahabodhi-Zentren finanzieren sich nur aus Spenden und mit der Arbeitskraft ausländischer ehrenamtlicher Helfer aus aller Welt, die ihre Freizeit oder ihr Leben in den Dienst am Menschen stellen. Kollege Veigel hatte 1999 im Hospital ein komplettes zahnärztliches Arbeitszimmer eingerichtet. Ein weiteres Zimmer und eine mobile Behandlungseinheit kamen inzwischen dazu.

Die Ziele des Projekts

  • Die Einführung elementarer Hygienemaßnahmen.
  • Die Versorgung der Schüler und des Personals.
  • Die Versorgung der einheimischen Bevölkerung.
  • Die Ausbildung von Barfußärzten Schamanen aus den Nomadengebieten) in elementarer Zahnheilkunde.

Ein Mammut-Programm war zu bewältigen

Die hoch gesteckten Ziele konnten nicht ganz erreicht werden. Die Hygienemaßnahmen wurden dadurch sabotiert, dass große Mengen unserer Flächen- und Instrumenten-Desinfektionsmittel den Nachforschungen und Bereicherungsabsichten der indischen Zöllner zum Opfer fielen. Uns standen während der 4 Wochen nur 6 Paar Handschuhe zur Verfügung, Instrumentendesinfektion war nur unter dem fließenden Wasser möglich. Zum Glück konnten wir einen indischen Dampfsterilisator organisieren, der das Gefühl von Sauberkeit vermittelte. Durch einen heftigen Regen verzögerte sich der Schulbeginn um 2 Wochen. So blieben uns nur 10 Arbeitstage für die zahnmedizinische Versorgung der 400 Schüler. Die Versorgung der einheimischen Bevölkerung beschränkte sich im Wesentlichen auf Zahnentfernungen. Am Ende des Einsatzes hatten wir Hunderte von Zähnen entfernt und viele Menschen von Schmerzen befreit. Die Ausbildung der Amchis (Barfußärzte) war der wichtigste Erfolg unserer Tätigkeit. Sie erlernten innerhalb von 14 Tagen das Zähneziehen unter lokaler Anästhesie und die Beherrschung von zahnärztlichen Notfällen. Da die meisten Amchis über viele Generationen Erfahrung mit Heilkunde hatten, lernten Sie schnell und leicht. Ausgestattet mit einem riesigen Rucksack voller zahnärztlicher Utensilien verließen sie uns nach ihrer Ausbildung. Wir sind sicher, dass sie bis heute schon vielen Menschen in den Nomadengebieten helfen konnten.

Ausblick: Wie geht es mit der zahnmedizinischen Hilfe für Ladakh weiter?

Unsere Praxis wird in den nächsten Jahren wieder Zeit, Geld und Arbeitskraft für das Projekt in Ladakh investieren. Wer Interesse hat, kann durch die Übernahme einer Schülerpatenschaft helfen, die Situation der Menschen in Ladakh zu verbessern. Die Ausbildung und das Essen eines Schülers kosten im Jahr lediglich 300 US-$. Weitere Infos dazu erhalten Sie in unserer Praxis.