Zahnarztpraxis Dr. Roos - Neuhausen / Filder DR. RAINER ROOS MSc mult.
Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Master of Science in Oral Implantology
Master of Science Endodontie
Master of Science Orale Ästhetik und Rehabilitation
Gartenstraße 9 • 73765 Neuhausen/Filder
Tel.: (07158) 9027 - 0 • Fax: (07158) 9027 - 99
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Stand des Projektes 2006

In diesem Jahr besuchten wir zum siebten Male hintereinander während des Sommerurlaubs das Mahabodhi-Zentrum. In diesen Jahren veränderte sich nicht nur Gewaltiges im Projekt in Ladakh, sondern es hatte sich auch in mir ein stark verändertes Weltbild entwickelt.

In unserem ersten Jahr befanden sich auf dem Campus von einem Quadratkilometer Fläche nur wenige Gebäude. Ein Gästehaus, ein Hospital im Rohbau, ein Verwaltungsgebäude und eine Schule. Damals gab es noch kein Wasser und kaum Strom, die Gebäude waren nur über felsige Pfade zu erreichen. Es gab keinen Baum, dass Wasser musste mühsam mit Lastkraftwagen herangeschafft werden.

Heute hat sich die Situation grundlegend verbessert dank des unermüdlichen Einsatzes des Gründers und Leiters des Mahabodhi-Zentrums Venerable Sanghasena. Er ist der Motor und der Visionär, seine Träume von einem besseren Ladakh sidn heute schon Wirklichkeit geworden.

Brunnen wurden gegraben, Straßen angelegt und geteert, Tausende vom Bäumen und Millionen von Blumen begrünen und verschönern den Campus.

Die Klinik ist gewachsen und beherbergt heute eine frauenärztliche, eine internistische, eine chirurgische und eine naturheilkundliche Abteilung, eine Heizung wurde eingerichtet und eine unabhängige Stomversorgung.

Es entstanden ein Alten- und Behinderten-Wohnheim, wo sich die Menschen gegenseitig versorgen. Das nahe gelegene Blindenheim wurde im August vom Indischen Präsidenten Abdul Khalam persönlich eingeweiht und ist eine der ersten Blindenschulen in Indien.

Ein Kloster für Nonnen und eines für Mönche wurde gegründet, wo die zukünftigen Führungskräfte des Mahabodhi nicht nur schulisch, sondern auch in vielen religiösen, sozialen und organisatorischen Aufgaben unterrichtet werden.

Anfänglich glaubte ich daran, dass es nur einiger Mühe bedarf, um einen medizinischen Standard westlicher Prägung zu erreichen. Mit ausreichend Einsatz und Geld könne sich einiges bewegen lassen. Doch das stellte sich früh als eine der vielen Illusionen heraus. Es fehlte weder an gutem Willen von allen Seiten, noch an ausbildungswilligen Menschen, noch an der Bereitschaft etwas zu verändern.

Es gab einfach keine Vorstellung darüber, wie eine Klinik in westlichem Maßstab funktioniert. Und ich erkannte, dass der Bedarf der Menschen an ein gesundheitssystem völlig anders geartet ist als bei uns. Dient die gesundheitsversorgung in Deutschland zunehmend dazu, Mängel und Gebrechen zu beseitigen, für Perfektion im Aussehen zu sorgen und die menschen möglichst lange leistungsfähig zu erhalten, wird in Ladakh der Arzt nur dann gesucht, wenn sehr schmerzhafte oder lebensbedrohliche Situationen auftreten. Dabei haben die Menschen in Ladakh ein sehr entspanntes Verhältnis zu Leben oder Tod. In ihrer buddhistischen Religion ist dieses Leben nur eines von sehr vielen, die sie zu bestehen haben. Daher gibt es sehr wenig unzufriedene Gesichter und einsame Menschen. Die Ruhe der Ladakhis ist nahezu unerschütterlich. Viele Projekte konnten in den letzten Jahren umgesetzt werden. So die Erweiterung der Zweigschule in Timosgang, der Bau eine Schlafsaales für Mönche (beides zusammen mit dem Rotary-Club Esslingen-Filder). Die zahnstation ist inzwischen ganzjährig betreut und mit einer Zentralheizung ausgestattet. Die Schulen beherbergen über 700 Kinder und Jugendliche im Alter von 6-16 Jahren. Inzwischen haben die ersten Jahrgänge ihren Abschluss gemacht. Die talentiertesten Schüler können nun in Delhi oder Bangalore ihre Hochschulreife und einen Studienplatz erlangen.

Dies alles wäre nicht möglich ohne die langjahrige Unterstützung vieler Sponsoren aus dem Ausland, die die finanziellen Mittel über Spenden oder Patenschaften für den laufenden Betrieb zur Verfügung stellen. Auch eine ungezählte Menge freiwilliger Helfer vor Ort oder in Deutschland waren am Erfolg der letzten Jahre beteiligt.

Mein herzlicher Dank geht an alle meine Patienten und Freunde, die mit ihrer Altgoldspende oder mit aufmunternden Worten das Projekt unterstützt haben. Un alle alle diejenigen, die eine Patenschaft übernommen und ihrem Kind eine hervorragende Zukunft ermöglicht haben.

Besonders danken will ich all jenen Mitarbeiterinnen, die mich nach Ladakh begleitet haben und ihren Sommerurlaub in den Dienst aktiver Hilfe gestellt haben.

Allen Organisationen, die Verwaltungsarbeiten übernommen haben und dafür gesorgt haben, dass die Spenden zuverlässig ihr Ziel erreicht haben (Hilfswerk Deutscher Zahnärzte e.V., Kinder des Himalaya e.V., Rotary-Club Esslingen-Filder, Rotary-Club Voghera/Italien) sei mein herzlicher Dank.

Vor allen anderen geht mein tiefster Dank an meine Frau Ulrike, die mich in allen schwierigen Lebenslagen unterstützt, mich in Ladakh begleitet hat und die alle Strapazen über Jahre ohne Klage ertragen hat.

Neuhausen, 09.09.2006   Dr. Rainer Roos