Zahnarztpraxis Dr. Roos - Neuhausen / Filder DR. RAINER ROOS MSc mult.
Fachzahnarzt für Oralchirurgie
Master of Science in Oral Implantology
Master of Science Endodontie
Master of Science Orale Ästhetik und Rehabilitation
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Bericht über eine Ladakh-Reise im Februar 2008

Am 30. Januar 2008 starteten meine Frau Ulrike und ich zu einer kurzen Informationsreise nach Ladakh. Unser Ziel war, den Fortschritt der Hilfsprojekte zu begutachten, die wir gemeinsam mit dem Rotary-Club Esslingen- Filder, den Rotary-Club Voghera/Italien und dem Verein „Kinder des Himalaya” initiiert hatten. Wir wählten bewusst den Winter als Reisezeit, weil wir uns bislang kein Bild machen konnten über die Lebensumstände der ladakhischen Bevölkerung.

Ein wenig gemischt waren die Gefühle schon, denn wir wussten, dass wir mit Temperaturen von minus 10 Grad tagsüber und minus 25 Grad nachts zu rechnen hatten. Auch wussten wir, dass die meisten Häuser kaum beheizbar sind und über schlechte Isolierungen verfügen. Also deckten wir uns mit warmer Wäsche und Schlafsäcken ein und hofften, dass wir das Klima würden aushalten können.

Der Hinflug verzögerte sich ein wenig, da es in Ladakh kurz zuvor stark geschneit hatte und die Landebahn von Leh erst von Soldaten von Hand freigeschaufelt werden musste.

So kamen wir müde doch bester Laune in Leh auf 3500 m an und fühlten uns bei strahlendem Sonnenschein trotz eisiger Kälte sehr wohl. Die kleinen Mönche des Mahabodhi Meditation Centre bereiteten uns einen warmen Empfang und präsentierten uns voller Freude und Stolz ihr neues Domizil, dessen Bau von den drei Vereinigungen finanziell unterstützt worden war.

Die erste Nacht war unsere größte Sorge, doch sorgte eine Kerosinofen im Zimmer für ein wenig Behaglichkeit und hielt die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

Am nächsten Tag starteten wir zu einer Wanderung von Phyang nach Timosgang, dem eigentlichen Ziel unserer Reise wo wir den Küchenneubau in Augenschein nehmen wollten. Ohne Höhenanpassung und im tiefen Schnee gestaltete sich der 70 km lange Marsch sehr mühsam. Dank der hervorragenden Betreuung unserer ladakhischen Betreuuer konnten wir die Strecke in 4 Tagen bewältigen. Nachts schliefen wir in Privatunterkünften, wobei sich die Temperaturen innerhalb und außerhalb des Hauses nur wenig unterschieden. Die Gastgeber verwöhnten und vor dem Schlafengehen noch mit einigen Minuten Wärme aus einem Holzofen, doch sobald das Feuer abgebrannt war, blieb nur die Flucht in den Schlafsack. Dort ließ es sich gut aushalten, doch nächtliche Ausflüge auf die außerhalb des Hauses liegenden Natur-Toiletten waren sehr überwindungsbedürftig.

Das Wandern in absoluter Einsamkeit ohne den Lärm der Zivilisation ist eine elementare Erfahrung, die unvergesslich bleiben wird. Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen, die das Essen und das sehr rare Brennholz mit einem teilen, gehören zu den schönsten menschlichen Erfahrungen meines Lebens. Bei dieser Wanderung haben mir die Menschen von Ladakh weit mehr zurückgegeben, als ich jemals für sie investiert habe.

Nach 4 Tagen erreichten wir unser Ziel in Timosgam, einem kleinen Städtchen in einem Seitental des Indus. Unsere Ankunft hatte sich schon herumgesprochen und bald schon wurden wir herzlich aufgenommen und mit Speis und Trank bestens versorgt. Trotz der Erschöpfung nach der langen Wanderung war es eine Freude, mit den Menschen in Timosgam zu sprechen. Besonders stolz waren sie auf den Neubau der Küche der Timosgam-Grundschule. Sie wird im Frühjahr ihrer Bestimmung übergeben und wird 180 Kindern täglich einen Mittagstisch bereiten.

Am letzten Tag wurden wir mit dem Auto abgeholt und durften zurück nach Leh fahren. Unser Weg führte entlang des teilweise zugefrorenen Indus-Flusses mit herrlichen Eindrücken von der Flusslandschaft.

Einen kleinen Überraschungsstop legten wir noch beim Klosterfestival in Likir ein. Dort herrschte andächtiges und auch buntes Treiben. Ähnlich wie bei unseren religiösen Festen trifft sich auch hier Jung und Alt, um Bekanntschaften aufzufrischen, neue zu finden oder sich nach dem Partner fürs Leben umzuschauen. Das ganze verläuft sehr diszipliniert und ruhig, die Fröhlichkeit der Menschen ist jedoch fast mit den Händen zu greifen.

Unser Heimweg führte uns über Delhi, wo wir uns mit Venerable Sanghasena, dem Gründer und Leiter des Mahabodhi International Meditation Centre trafen und uns über den Stand der Hilfsprojekte, besonders über die Situation in der Klinik austauschten. Es wurde dabei die Idee eines High-Altitude-Disease-Rescue-Centers geboren, was mit Hilfe von Europäischen Sponsoren eingerichtet werden soll. Zielgruppe sind die Touristen, die während der Sommermonate oft leichtsinnig die enormen Höhen Ladakhs besteigen und häufig an der gefürchteten Höhenkrankheit leiden, die bei einigen sogar zum Tode führen kann.

Im Frühjahr wird Ven. Sanghasena Europa besuchen und am 17.04.08 einen Vortrag beim Rotary-Club Esslingen-Filder halten. Anfang Mai ist er in Mailand. Gerne ist er bereit auch in Voghera das Mahabodhi-Projekt vorzustellen.

Neuhausen, 15.02.08   Dr. Rainer Roos, Ulrike Roos